7. Elysium Festival 4. Juni - 19. Juni 2011

Grußwort des Intendanten


Liebe Freunde,

GrenzgŠnger erweitern Horizonte, ihren eigenen und unseren, wenn wir ihren Erfahrungen von jenseits der Grenze lauschen. GrenzgŠnger bereichern. Sie Ÿberschreiten das bekannte Territorium, wagen sich hinaus in fremdes, unerforschtes Terrain, šffnen sich rŸckhaltlos mit all ihren Sinnen neuen EindrŸcken. Sie stellen althergebrachte, scheinbar fest definierte Einsichten in Frage, prŸfen sie an den neuen Erfahrungen und kehren von ihren Expeditionen oft mit bahnbrechenden Erkenntnissen zurŸck.
Franz Kafka war ein solcher GrenzgŠnger. Obwohl er zurŸckgezogen lebte und seine Geburtsstadt Prag nur selten verlie§, hat er in seinem literarischen Werk die Befindlichkeiten des modernen Menschen in immer neuen Variationen ausgelotet und "die ungeheure Welt, die ich im Kopf habe" (so Kafka Ÿber sich selbst) bis in die entlegensten Winkel hinein durchschritten.
Auch Brigitte Schwaiger hat in ihren BŸchern das Festland des Bekannten hinter sich gelassen und die ungesicherte Passage hin zu neuen Ufern angetreten. Ihr Kompa§ war schonungslose Ehrlichkeit.
Die vielen KŸnstler, die von den Nationalsozialisten und anderen diktatorischen Unrechtsregimen verfolgt und unterdrŸckt wurden, haben ihr geistiges und kŸnstlerisches GrenzgŠngertum teuer bezahlt: mit Zensur, Ausgrenzung, Verlust der Heimat oder - im Extremfall - mit ihrem Leben. Ihre Werke sind beredte Mahnung und leuchtendes Zeugnis!
Mit ihrem vielfŠltigen bildnerischen Werk stellt die MŸnchner KŸnstlerin Beate Passow unsere Sehgewohnheiten in Frage und lŠdt uns ein, unsere eigene Sicht auf die Dinge zu ŸberprŸfen. Dasselbe tut schelmenhaft-hintersinnig der Kabarettist Helmut Ruge durch seine Gedichte und Lieder.

Ich lade Sie ein zu einer spannenden Reise: Folgen wir den GrenzgŠngern, Ÿberschreiten wir mit ihnen Grenzen, lassen wir uns ein auf eine gedankliche Entdeckungsfahrt. Vorhang auf zum 7. Elysium Festival!

 


Gregorij H. von Leïtis