Grußwort des Intendanten
Liebe Freunde,
Grenzgnger erweitern Horizonte, ihren eigenen und unseren, wenn wir ihren Erfahrungen von jenseits der Grenze lauschen. Grenzgnger bereichern. Sie berschreiten das bekannte Territorium, wagen sich hinaus in fremdes, unerforschtes Terrain, ffnen sich rckhaltlos mit all ihren Sinnen neuen Eindrcken. Sie stellen althergebrachte, scheinbar fest definierte Einsichten in Frage, prfen sie an den neuen Erfahrungen und kehren von ihren Expeditionen oft mit bahnbrechenden Erkenntnissen zurck.
Franz Kafka war ein solcher Grenzgnger. Obwohl er zurckgezogen lebte und seine Geburtsstadt Prag nur selten verlie§, hat er in seinem literarischen Werk die Befindlichkeiten des modernen Menschen in immer neuen Variationen ausgelotet und "die ungeheure Welt, die ich im Kopf habe" (so Kafka ber sich selbst) bis in die entlegensten Winkel hinein durchschritten.
Auch Brigitte Schwaiger hat in ihren Bchern das Festland des Bekannten hinter sich gelassen und die ungesicherte Passage hin zu neuen Ufern angetreten. Ihr Kompa§ war schonungslose Ehrlichkeit.
Die vielen Knstler, die von den Nationalsozialisten und anderen diktatorischen Unrechtsregimen verfolgt und unterdrckt wurden, haben ihr geistiges und knstlerisches Grenzgngertum teuer bezahlt: mit Zensur, Ausgrenzung, Verlust der Heimat oder - im Extremfall - mit ihrem Leben. Ihre Werke sind beredte Mahnung und leuchtendes Zeugnis!
Mit ihrem vielfltigen bildnerischen Werk stellt die Mnchner Knstlerin Beate Passow unsere Sehgewohnheiten in Frage und ldt uns ein, unsere eigene Sicht auf die Dinge zu berprfen. Dasselbe tut schelmenhaft-hintersinnig der Kabarettist Helmut Ruge durch seine Gedichte und Lieder.
Ich lade Sie ein zu einer spannenden Reise: Folgen wir den Grenzgngern, berschreiten wir mit ihnen Grenzen, lassen wir uns ein auf eine gedankliche Entdeckungsfahrt. Vorhang auf zum 7. Elysium Festival!

Gregorij H. von Leïtis
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