Gregorij H. von Leïtis

Intendant von
Elysium - Between Two Continents

           Seit über 30 Jahren arbeitet Gregorij H. von Leïtis an unterschiedlichen Theatern in Europa und den Vereinigten Staaten. Für seine Verdienste um die Förderung von Völker-verständigung und Freundschaft zwischen Deutschland un USA mit den Mitteln der Kunst wurde ihm im Sommer 2003 von Bundespräsident Johannes Rau das Bundes-verdienstkreuz verliehen. 1985 wurde ihm als erstem Nicht-Amerikaner der new York Theatre Club Prize verliehen für seine Regie von Bertolt Brechts "Jüdische Frau". Von 1983 bis 1990 war er Artistic Director der Elysium Theater Company in New York. Während dieser Zeit installierte er das Programm "Theater für Obdachlose" und engagierte sich mit den Mitteln des Theaters für die Integration sozialer Randgruppen, insbesondere puertoricanischer Einwandererkinder. 1985 begann er eine intensive Zusammenarbeit mit Maria Ley Piscator, die gemeinsam mit ihrem verstorbenen Ehemann Erwin Piscator den Dramatic Workshop an der New School for Social Research gegründet hatte. Von 1988 bis 1990 unterrichtete Gregorij H. von Leïtis deutschsprachige Theaterliteratur im Deutschen Haus at New York University. Außerdem gibt er regelmäßig Meisterklassen für Opernsängerinnen und -sänger. 1990 wurde er als Intendant ans Landestheater Mecklenburg-Neustrelitz berufen. Von 1992 bis 1998 war er Gastregisseur an den Landestheatern Linz und Bregenz, 1998 Gastregisseur am Miller Theatre New York und 2001 am Teatro dell'Opera di Roma.

            Seit der Mitte der 90er Jahre hat Gregorij H. von Leïtis seine ganze Energie der Entdeckung, Bewahrung und Präsentation der Werke von gänzlich vergessenen Komponisten und Schriftstellern gewidmet, die vom Nazi-Regime unterdrückt und als "entartet" verboten worden waren. Sein gesamtes künstlerisches Schaffen ist geprägt von seinem persönlichen Engagement, die europäisch-amerikanischen Beziehungen zu intensivieren und den transatlantischen Dialog zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa, insbesondere den deutschsprachigen Ländern, zu vertiefen.

            Neben vielen anderen Stücken hat Gregorij H. von Leïtis folgende amerikanische Erstaufführungen inszeniert: Stella von Goethe, Tor und Tod von Hofmannsthal, eine Produktion, die in Verbindung mit der Ausstellung Vienna 1900 des Museum of Modern art in New York präsentiert wurde; Katzelmacher und Bremer Freiheit von Fassbinder, Rattenjagd von Turrini, Madonna und Mike von Schärfl, Kasimir und Karoline von Horvath, Besuchszeiten von Mitterer, Metaphysische Konferenz von Frankl, Emilia Galotti von Lessing und Auf dem Chimborazzo von Dorst.

            1998 inszenierte er Kafkas Ein Bericht für eine Akademie am Bloomsbury Theatre in London und die New Yorker Erstaufführung von Viktor Ullmanns Oper Der Kaiser von Atlantis im Guggenheim Museum und im Miller Theatre. Im Jahre 2000 führte er Regie bei der New Yorker Erstaufführung von Ernst Kreneks Oper Vertrauenssache im Guggenheim Museum und im Theater der Riverside Church. Im Mai 2001 inszenierte er am Teatro dell'Opera di Roma die italienische Erstaufführung von Kreneks Vertrauenssache. and the Theatre of the Riverside Church, as well as the Italian premiere of this very opera at the Teatro dell’Opera di Roma in 2001. Außerdem konzipierte und inszenierte er verschiedene literarisch-musikalische Collagen, u.a. Fluchtpunkt: Exil; Banned, Silenced, Persecuted: Composers and Writers who fled the Nazis; Hoppla, such is Life; und Zerstörst Du oder baust Du auf? Karl Kraus und seine Zeitgenossen. Im Sommer 2005 fand unter seiner Regie die Welturaufführung von Egon Lustgartens Oper Dante in Exile statt. Gregorij H. von Leïtis hat Viktor Ullmanns letzte Komposition aus Theresienstadt Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke in mehr als 20 Städten in Europa und den USA aufgeführt.

           Gregorij H. von Leïtis ist Vorsitzender des Erwin Piscator Preises, der jährlich zur Erinnerung an den Gründer des politischen Theaters vergeben wird. Darüber hinaus ist er Beiratsmitglied im Nietzsche-Forum München e.V., in der Ullmann Foundation London und im Jewish Music Institute London.

           Er studierte Schauspiel mit Helen von Münchhofen und Herbert Mensching in München und mit Lee Strasberg in New York und Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

 

 

Michael Lahr

Programmdirektor und Stellvertretender Intendant von Elysium - Between Two Continents

            Michael Lahr studierte Philosophie und Erwachsenenbildung an der Hochschule für Philosophie in München und an der Jesuiten-Universität Centre Sèvres in Paris. 1990 wurde er als Stipendiat ins Cusanuswerk aufgenommen. Von 1991 bis 1994 war er Mitglied der Bildungs-kommission des Cusanuswerkes.

           Bevor er zu Elysium - Between Two Continents kam, hat er bereits verschiedene Kultur- und Bildungsveranstaltungen organisiert, unter anderem das Herder-Forum 1993 in München mit der früheren Ausländerbeauftragten Liselotte Funcke, dem Philosophen Norbert Bolz und Johannes Willms von der Süddeutschen Zeitung als speziellen Gästen, und diverse Konzerte in Kloster Rommersdorf bei Neuwied, darunter eines mit zwei jungen Gitarristen vom Konservatorium in Jerusalem.

             Michael Lahr konzipierte und organisierte auch das Projekt "Welthungertag" in Lahnstein bei Koblenz / Rhein, welches sich zum Ziel gesetzt hatte, auf die Probleme des Hungers und der Unterernährung in der Dritten Welt aufmerksam zu machen.

            Neben seiner Tätigkeit bei Elysium - Between Two Continents hat Michael Lahr seine Kenntnisse im Business- und Bankenwesen erweitert durch zwei Traineeprogramme, im Frühjahr 1995 bei Dresdner Securities (USA) und im Frühjahr 1996 bei Bear, Stearns & Co., New York.

             Michael Lahr ist Co-Autor des Essay-Bandes "Bilder des Menschen", zu dem er einen Artikel über Emmanuel Lévinas ("Der jüdische Humanismus und das Konzept der Verantwortung") beisteuerte, und hält regelmäßig in verschiedenen Institutionen Vorträge über philosophische Fragestellungen von allgemeiner gesellschaftlicher und politischer Bedeutung. Zuletzt wurde sein Aufsatz über "Nietzsches Einfluß auf die französische Gegenwartsphilosophie: Spurensuche im Werk Michel Foucaults" im Jahrbuch des Nietzsche-Forums München e.V. veröffentlicht.

             Als Programmdirektor von Elysium - Between Two Continents zeichnete er verantwortlich für das Programm Musik aus Theresienstadt. Im November 1997 produzierte er die New Yorker Erstaufführung von Ullmanns letzter Komposition aus Theresienstadt Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke, im Februar 1998 das Konzert Gerettete Musik: Viktor Ullmann und Pavel Haas in der Weill Recital Hall at Carnegie Hall in New York, im September 1998 Ulmmans Oper Der Kaiser von Atlantis im New Yorker Guggenheim Museum und im Miller Theater at Columbia University, im September 2000 die New Yorker Erstaufführung von Ernst Kreneks Oper Vertrauenssache, zuerst im Guggenheim Museum und dann im Theater der Riverside Church und im Mai 2001 die italienische Erstaufführung dieser Oper am Teatro dell'Opera di Roma. Zu seinen neuesten Produktionen gehören Fluchtpunkt: Exil - Eine Musikalisch-literarische Fuge, Banned, Silenced, Persecuted: Composers and Writers who fled the Nazis, Memorial Flame to Lives the Nazis extinguished in der Weil Recital Hall at Carnegie Hall und die Welturaufführung von Egon Lustgartens Oper Dante im Exil im Sommer 2005. Als Dramaturg hat er die werke zahlreicher Komponisten ausgegraben, die unter dem Druck des Nazi-Regimes ihre Heimat verlassen mußten. Viele dieser Komponisten wurden in Konzerten in Deutschland und den USA zum ersten mal präsentiert.

            Michael Lahr ist Vorsitzender der Jährlichen Piscator Gedächtnisvorlesung und Mitglied im Beirat des Nietzsche-Forums München e.V.